Bettina von Zorro




Ich stamme aus Hannover, wo ich aber schon im letzten Jahrtausend weggezogen bin. Seitdem habe ich in Bayern, Hessen und NRW gelebt, an drei verschiedenen Unis studiert, mich mit Literatur, Biologie und Philosophie beschäftigt und dutzende skurriler Jobs angenommen. So war ich z.B. jahrelang im Zoofachhandel tätig, habe mich mit Reitlehrerjobs auf Ponyhöfen rumgeschlagen, war Hilfslektor für einen Krimiverlag, betreute die naturkundliche Sammlung einer Uni (Milben vergiften, Alkohol nachfüllen und ausgestopfte Tiere abstauben), war Thekenkraft in der Fachbibliothek Bio und Chemie derselben Uni, habe diverse Doktor-, Diplom- bzw. Staatsexamensarbeiten korrigiert, war Tierpfleger in einem großen deutschen Zoo, Verkäufer im Buchhandel, am Band bei Sprengel (Schokolade)…
Eigentlich habe ich überall schon mal reingeschaut und bin brillanter Dilettant auf allen Gebieten (das ist so eine Art Spitzname von mir).
Ich bilde mir meine Meinung gern selbst, frage notorisch erstmal genauer nach und weiß mehr, als man mir auf den ersten Blick zutraut. Und was dabei herauskommt, ist so was wie ein unbequemer, aber wohlwollender Mensch – ich denke, ihr wisst schon, was ich meine.
Fotos gibt’s von mir übrigens so gut wie keine. Die wenigen ansehnlichen sind mindestens 20 Jahre alt.

Natürlich wohnen in meinem Haus noch ein paar Mitbewohner:
Da wären zunächst die beiden Nachwuchstierbändiger...



...z.Z. (Anfang 2010) elf und dreizehn Jahre alt. Spätestens im übernächsten Jahr wird mir auch der zweite über den Kopf gewachsen sein (aber natürlich nur längenmäßig, versteht sich).

Dann wohnt hier der beste Hund von allen, Zorro mit Namen, ein Dalmatiner von einer lieben, engagierten Züchterfamilie, mit der ich immer noch Kontakt halte. Er ist im Alter von acht Wochen bei uns eingezogen und gehört seit mittlerweile über vier Jahren zur Familie. Er ist der Typ Hund, der bekennende Hundehasser weich macht – ruhig, geduldig, mit einem unglaublich beseelten Blick, dabei devot und brav – selbst mit viel Mühe ist kaum etwas zu finden, über das man meckern könnte.



Seine liebsten Freizeitbeschäftigungen sind Löcher buddeln (nie im eigenen Garten!), Essbares im Gebüsch finden und Besucherfüße wärmen, seine früheren Vorlieben als Vogelscheuche und Müllwerker hat er in den letzten Jahren abgelegt.
Mein großartiger Hund hat seit über zwei Jahren mit Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu kämpfen, was das Leben etwas komplizierter gemacht hat. Aber wir arbeiten dran.
Zwei weitere Untermieter sind Eusebia und Hubert, ihres Zeichens Sperlingspapageien.



Sie sind die letzten Überlebenden meiner langjährigen Hobbyzucht und residieren mittlerweile allein in der Zimmervoliere. Krach machen sie deswegen allerdings nicht weniger.

Dieses Wesen ist kein Alien...



...sondern einer der Sechsbeiner, der in einem Terrarium im Wohnzimmer haust. Ab und zu entwischt eines der kleinen Monster und wird von Zorro entdeckt, der es sofort ausdauernd zu observieren beginnt und mir ganz in Manier eines Vorstehhundes anzeigt, wo ich es einzusammeln habe. Nur ganz selten probiert er mal, ob es schmeckt.
Die Aquarienbewohner waren leider nicht so wirklich fürs Foto zu haben, sie kommen erst raus, wenns dunkel wird.
Und Stütchen....



...wohnt nicht bei uns, sondern hat ein eigenes Heim ein Stück weiter weg. Sie gehört mir nicht selbst, aber ich versorge sie schon eine ganze Weile.

Eine ganze Menge anderer Tiere hat schon bei mir gewohnt. Genauso wie die Hunde, die hier bei KG auf ein neues Zuhause warten, waren viele dieser Tiere anderswo über, wurden verschenkt oder geradezu weggeworfen: die Jemenchamäleons Else, Effi und Rudi, ein namenloser Kanari, eine lange Reihe von Wellensittichen (allesamt unter Namen wie Putzi, Tapsi, Pitti oder ähnlich Unsagbarem), ein WG-Kater namens Marcello, unzählige übriggebliebene kränkelnde Fische aus der Zoohandlung, die Vorfahren von Eusebia, zwei brasilianische Frösche namens Asterix und Obelix, die Gottesanbeterin Käfer Laurenz (den Namen haben die Kinder verbrochen), ein paar Laubfrösche, ein Salamander, der Molchi hieß, der Igel Tubi Tuberkel und viele mehr. Auch Stütchen hatte schon etliche Vorgänger. Die meisten von ihnen finden sich inzwischen irgendwo rund um Lindas berühmte Gänsekeulenbude, hinter der übrigens sowohl endlose Weiden ohne Zäune als auch wundervoll matschige Tümpel, klare Gewässer und ein toller Urwald liegen müssen…


Nachtrag April 2012

Es hat sich viel getan seitdem…

Einer meiner Jungs hat in den letzten Monaten ohne Vorwarnung Diabetes entwickelt. Damit waren eine Menge Aufregung und auch viele Änderungen in unserem Alltag verbunden. Zum Glück ist er ein aufgeweckter Junge von inzwischen 15 Jahren, der die Zusammenhänge versteht und mit der Krankheit umgehen kann. Ich hoffe, dass er alles weiterhin so im Griff behält und abgesehen von der Insulinbedürftigkeit gesund bleibt.

Stütchen musste leider zu Linda gehen – wenn sie selbst hätte entscheiden können, wäre sie sicher freiwillig und vielleicht sogar früher gegangen.
Nun hat sie gleich zwei Nachfolger, eine kleine Rakete namens Waska und ein Bremsklötzchen mit Namen Sunshine, beide verrückt und anstrengend, aber auf ihre Art auch liebenswert.

Ich habe vor eineinhalb Jahren nochmal ein Studium angefangen. Das erste Semester war extrem hart, so zwischen den ganzen Frischabiturienten… Aber ich beiß mich durch. Nennt mich Hermine, sagen meine Jungs ab und zu – keine Ahnung, was sie mir damit sagen wollen...

Zorro muss seitdem jeden Morgen ganz früh aufstehen, damit er zu Frühstück und Spaziergang kommt, bevor ich weg muss. Zum Glück verschläft er den Vormittag ganz gerne, und mittags kommen ja die Kinder von der Schule. Weil die Uni nur zwei Straßen weiter ist, kann ich in der Mittagspause meistens nach Hause kommen und für Mittagessen sorgen. Trotzdem kommt er, genau wie die Kinder, häufig ein bisschen zu kurz.
Inzwischen hat er seinen sechsten Geburtstag gefeiert und hat leider immer noch keinen kleinen Freund und Mitbewohner, wie ich eigentlich mal geplant hatte (so sind wir zu KG gekommen). Dazu ist meine Lebenssituation einfach zu unsicher und meine Zeit viel zu knapp. Umso trauriger ist es, dass schon zwei meiner heimlichen Lieblinge unter den Körbchensuchern in der Perrera sterben mussten, ohne dass wir ihnen ein Körbchen anbieten konnten – vor kurzem Basila, und vielleicht erinnert sich noch jemand an Kassandra…
Aber Jammern hilft nicht, und wenn wir schon keinen Körbchensucher adoptieren können, versuchen wir eben so gut es geht auf andere Art und Weise zu helfen.
Sozusagen jetzt erst recht.

Und es kommen ja auch wieder andere Zeiten…