Anja aus Saarbrücken


Geboren: 1970
Name: Anja, verheiratet
Herkunft und Wohnort: Saarbrücken


Ich bin mit vielen (älteren) Geschwistern und Tieren aufgewachsen, es gab in unserer Familie immer einen Hund. Die letzte, eine ganz liebe wuschelige Mischlingsdame, mussten wir kurz nach dem Tod meines Vaters und zeitgleich mit dem Abschluss meiner Lehre zur Bürokauffrau über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Mittlerweile 20 Jahre alt zog ich von zu Hause aus, konnte und wollte jedoch aufgrund meiner Vollzeitbeschäftigung keinen eigenen Hund haben. Das änderte sich einige Zeit später………….ich lernte meinen Mann kennen, verringerte meine Arbeitszeit und überzeugte ihn (der bis dahin nichts aber auch gar nichts mit Hunden zu tun und deswegen auch etwas Angst vor Ihnen hatte) davon, das ich Nachwuchs will……….jedoch keinen zweibeinigen (was bis heute auch so blieb) sondern vierbeinigen………ich ging auf ihn ein und versprach, das es ein kleineres Exemplar wird…..
Obwohl ich eher auf größere Hunde „stand“ ………. Lange Rede kurzer Sinn: ein paar Tage später kam ich durch Zufall an IHN …ein Typ hatte ihn klitzeklein auf der Hand , 5 Wochen alt, spazierte mit einem Pferd unsere Strasse entlang und fragte: willste den haben, die Mutter säugt die nicht mehr(was kein Wunder war, denn die war erst knapp 1 Jahr alt, der Nachwuchs entstand als Unfall !!! im Hundesalon und und und) ……………und ich schlug zu…….nein dem Typ keine auf die F…..obwohl er das verdient hätte sondern ich nahm IHN



Unseren Ricky, halb Westi (die junge Mama) und halb Zwergpudel (Papa der zum falschen Zeitpunkt im falschen Salon war)………manche Leute fragten mich ernsthaft, wieviel Batterien in ihn reinkamen so süss fanden sie ihn, besonders als Welpe…………..aber auch später konnte ihm kaum jemand widerstehen



Von diesem Zeitpunkt an war es um uns geschehen…………vor allen Dingen mein Mann liebte ihn vom ersten Moment an abgöttisch ……………..was nicht schwer war, denn Ricky war ein Bilderbuchhund………..innerhalb von wenigen Tagen sauber, er hat nie aber auch nie etwas kaputt gemacht und blieb ohne Probleme stundenweise alleine………….. und er war absoluter Chef bei uns………eher noch bei meinem Mann als bei mir, Martin Rütter hätte seine helle Freude gehabt, UNS zu erziehen, incl. Meiner kompletten riesigen Familie….

Natürlich fuhr er mit uns auch in Urlaub, und in selbigen zweiten Urlaub geschah es dann: Wir fanden in Spanien, genauer im kleinen Ort Alcossebre, wo wir bis heute immer Urlaub machen, in der Mülltonne zufällig (die Hündin eines Überwinterers aus der Schweiz) hat ganz dolle vor der Mülltonne gebellt ) zwei 1 Tag alte Hundekinder, älter konnten sie laut ortsansässigen Tierarzt nicht sein………..spontan sagte ein befreundetes Paar von uns, das dort auch immer Urlaub machte, dass sie den einen nehmen (den schwarzen, er wurde Branco getauft) und wir nahmen den anderen (den braunen und tauften ihn Sancho)



Ich war hin und weg, auch von meinem Mann………..ich hätte nie gedacht, dass er das mitmacht, einen zweiten Hund und dann noch ein Rüde…………der Urlaub war somit so gut wie erledigt, es hieß rund um die Uhr……füttern füttern füttern…………….



Und was soll ich sagen: unser Bilderbuchhund Ricky liebte Sancho vom ersten Augenblick an, er war ein richtiger Mama-Ersatz und hat sich so intensiv um ihn gekümmert, dass er ihn sogar nach dem Pipi-machen gesäubert hat………….das tat er bis zum Schluß bei Sancho, der Verdacht lag manchmal nahe, dass da wohl schon echte (Männer)-Liebe im Spiel war……
Sancho war aber auch ein echt süsser……….



Aber………..er hatte den Teufel im Bauch, war quasi das genaue Gegenteil von Ricky als Welpe………….er machte alles kaputt (Wohn- und Esszimmertapete, Möbel und vieles mehr zerlegte er genüsslich in kleine Stücke), brauchte Wochen bis er sauber war und wollte nicht alleine sein……..was dazu führte, dass die beiden ab diesem Zeitpunkt zu meiner Mama und Schwester kamen, wenn ich arbeiten ging………..und das war das was Sancho brauchte: einen Menschen, der ihn den ganzen Tag betüdelte und verhätschelte…………hier auch: Rütter hätte seine Freude gehabt………..

Unsere beiden „Kinder“ waren ein Traumpaar, sowohl vom äusseren her als auch in allem anderen…..



Nie gab es Machtkämpfe, Stress oder gar Chefgehabe von Ricky, nein, Sancho war einfach sein Seelenverwandter………anders kann ich es nicht ausdrücken……..der kleine hatte Narrenfreiheit………..



Anfangs war mit Sancho alles in Ordnung, doch nach 4 Jahren der erste Schock: Lebervergiftung (die Ursache war trotz 3 verschiedenen Tierärzten nicht zu klären), es folgte eine schwere Zeit für ihn ………aber selbst wochenlange Infusionen steckte der kleine zähe Spanier weg ………..und hat die Kurve gekriegt…………..

2 Jahre später, an Pfingsten 2006, bekam er aus heiterem Himmel (beim CT sah man jedoch die Verkalkungen an der gesamten Wirbelsäule, die wahrscheinlich Ursache waren) einen Bandscheibenvorfall…………wir waren total geschockt, doch zum Glück konnte er operiert werden, überstand die OP in einer sehr guten und teuren (was vollkommen egal war) Klinik in Trier und auch die anschließende Physiotherapie meisterte er mit Bravour…..
Nur um im September des gleichen Jahres 3 Bandscheibenvorfälle auf einen Schlag, eine Blutung in der Wirbelsäule und eine vollkommene Lähmung ab dem Kopf abwärts zu bekommen……….ich glaube, ein Sturz ins schwarze Loch hätte für mich nicht schlimmer sein können………..die Ärzte der gleichen Klinik wie an Pfingsten lehnten eine weitere OP ab, aufgrund der nicht lokalisierbaren Blutung und dieser vollkommenen Lähmung (Rückenmark war auch zerstört) gäbe es keine Chance für ihn……………sie versuchten in Zusammenarbeit mit unserem Tierarzt trotzdem, ihm zu helfen, in Form von Infusionen, Magnetfeldtherapie und einiges mehr……nichts half………..lange Rede kurzer Sinn: wir entschlossen uns dann, in Absprache mit der gesamten Familie, ihn einen Tag nach seinem 6. Geburtstag über die Regenbogenbrücke gehen zu lassen………..auch wenn er keine Schmerzen hatte, weil auch die Nerven zerstört waren, wollte ich ihm solch ein Leben nicht zumuten………….denn wenn er sich nur kriechend bzw. ziehend über den Boden bewegen sollte, wäre er mit Sicherheit eine Schlange geworden und kein Hund….makaber, ich weiß, aber dieser Spruch tröstete mich über diese unglaublich schwere Zeit danach hinweg………..
Anfangs steckte Ricky das vermeintlich gut weg, er dachte bestimmt, der Kleine kommt wieder, weil er davor ja auch zwischendurch immer tagelang in der Klinik war…….aber im Dezember 2006 war es dann soweit, dass er trauerte……und mein Mann verfiel total in Panik…..mach was mach was bevor er uns stirbt…….

Und was soll ich sagen……….ich hab dann gemacht und über ne Zeitungsannonce, in der Tibet-Terrier-Sheltie Mischlinge angeboten wurden, unsere Ronja „gefunden“………….bei einem Bauern ca. 40 Kilometer weg von Saarbrücken………..
Sie sah als Welpe schon nicht so aus wie die Mischung, als die sie angeboten wurde….



Das war auch so ne Geschichte, aber das erzähl ich ein anderes Mal oder beim ersten KG-Treffen, bei dem ich dabei bin…….nur soviel: sie ist ne total anspruchslose liebe Hündin, hat Ricky trotz des Altersunterschiedes von 6 Jahren nie zuviel oder überfordert (worum ich froh bin, denn ich bin heute durch KG der gleichen Meinung wie Steffi betreffend alter Hund junger Hund)
Ricky kam auch mit ihr sehr gut klar, weil sie sich absolut auf ihn eingestellt hat…..und sie liebten sich auch heiß und innig……….



Irgendwann entdeckte ich KG, war längere Zeit ein stiller , aber umso bewundernderer Mitleser und meldete mich erstmals zu Wort und unterstützte mit einer Spende zu dem Zeitpunkt, als Steffi für die letzten Euronen zur Fertigstellung des Auslaufes in Almendrajelo aufrief …..

Kurz Zeit später durfte ich am eigenen Leib erleben, was KG auch noch ausmacht: man kennt sich nicht unbedingt persönlich, aber mach tickt gleich………die Tips und guten Wünsche, als Ricky schwer erkrankte und der anschließende Trost, als er mir zeigte das es Zeit ist zu gehen waren unbezahlbar………..danach wurde ich wieder ein stillerer Mitleser, aber ich unterstütze weiterhin, lese täglich mit, und werde irgendwann bestimmt wieder mehr schreiben, vor allem vielleicht ne Geschichte oder einen Erfahrungsbericht………….

Noch ist es jedoch so, dass die Lücke, die Ricky hinterlassen hat, nicht gefüllt werden kann….
Ich wäre soweit, aber mein Mann ist noch meilenweit davon entfernt…………und unsere Ronja ……….tja, was soll ich sagen? Getrauert hat sie weniger als ich dachte, aber an ihrem Verhalten gegenüber anderen Hunden merke ich: sie will entweder ihn oder keinen, so kommt es mir zumindest vor……….sie will nichts aber auch gar nichts von anderen Hunden wissen…so ist jedenfalls der momentane Stand…….

Eines ist aber sicher: sobald von uns jeder soweit ist, wobei es bei Ronja glaub ich nie so sein wird….wird es ein Hund von KG……und der darf sich stellvertretend durch Steffi uns aussuchen…..

Ich freue mich, viele von Euch am Treffen kennenzulernen

April 2013